Produkt- und Prozessergonomie

Das übergeordnete Ziel der Produktergonomie ist, einen möglichst benutzerfreundlichen Gebrauchsgegenstand anzubieten. Dabei kann es sich um Arbeitsmittel, wie Maschinen, Fahrzeuge, Hard- und Software, aber auch um Gegenstände im Haushalt, Sport oder täglichen Leben handeln. Im Mittelpunkt stehen die Effizienz, die Sicherheit und der Komfort beim Gebrauch. Abhängig von der Fragestellung stehen dabei in der Regel entweder stärker kognitive oder anthropometrische und arbeitsphysiologische Aspekte im Vordergrund.
Die primäre Aufgabe der Prozessergonomie besteht darin, Arbeitstätigkeiten in Produktions- und Dienstleistungsbereichen menschgerecht zu gestalten. Ziel ist es, die Belastung der Mitarbeiter zu reduzieren und zugleich die Leistungsabgabe zu erhöhen. Ausgehend von individuellen Bedürfnissen wird Schädigungslosigkeit, Erträglichkeit und Beeinträchtigungsfreiheit der Arbeit angestrebt. Abhängig von der Fragestellung kann der Fokus dabei auf den Arbeitsplatz oder die Arbeitsumwelt gerichtet sein.

Aktuelle Forschungsschwerpunkte

Anthropometrische und arbeitsphysiologische Produktergonomie

airbagfaltDie anthropometrische Produktgestaltung hat zum Ziel, eine optimale maßliche und förmliche Anpassung der Produkte an den Nutzer zu ermöglichen. Produkte sind dabei so zu dimensionieren, dass für möglichst viele Nutzer eine günstige Körperhaltung mit geringen Ermüdungserscheinungen erreicht wird. Bei der arbeitsphysiologischen Produktgestaltung geht es um Gebrauchsszenarien mit überwiegend physischem Anforderungscharakter, um die sogenannte körperliche Arbeit. Zu vermeiden sind Belastungen und Beanspruchungen, die bestimmte Grenzen überschreiten und deshalb mit Gesundheitsrisiken verbunden sind.

Arbeitsplatzgestaltung

packplatzDie Arbeitsplatzgestaltung widmet sich den funktionell-technischen und organisatorischen Voraussetzungen, so dass eine bestimmte Arbeitsaufgabe optimal erfüllt werden kann.
Dazu gehören die Ausstattung des Arbeitssystems mit Arbeits- und Betriebsmitteln und die sogenannte Layout-Gestaltung, d. h. die Anordnung von Arbeitsstellen mit ihren Ausrüstungen auf der verfügbaren Fläche.

Arbeitsumweltgestaltung

alugussUnter Arbeitsumweltbedingungen versteht man die Gesamtheit der physikalisch-chemischen Arbeitsumgebungsfaktoren, wie Licht (Beleuchtung), Lärm, mechanische Schwingungen, Luftzustand, Mikroklima, Strahlung und elektromagnetische Felder.
Die durch schlechte Gestaltung der Arbeitsumwelt bedingten Belastungen können beim arbeitenden Menschen zu Einschränkungen des Komforts, Behinderungen im Arbeitsablauf und Leistungsminderungen sowie Fehlbeanspruchungen bis hin zu Gesundheitsschädigungen führen.
Die Aufgabe der Arbeitsumweltgestaltung besteht in der messtechnischen Erfassung und Bewertung dieser Faktoren und der Gestaltung positiv wirkender Arbeitsumweltbedingungen.

Ausgewählte Forschungsscherpunkte

  • Akzeptanzuntersuchungen und ELSI-Forschungschwerpunkte zu neuen Technologien in neuen Arbeits- und Lebensumgebungen
  • Nutzeradaptive, lernförderliche und demografiegerechte Assistenzsysteme im Produktions- und Dienstleistungssektor

 

Letzte Änderung: 21.02.2019 - Ansprechpartner: Dipl.-Ing. Ulrich Brennecke